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Jahresrückblick und Neujahrswunsch

So, das Jahr ist gelaufen, kurzes Innehalten für einen Blick in den Jahres-Rückspiegel (aber kein so langer Rückblick, muss noch ein paar Jobs fertigstellen, die vor Weihnachten liegengeblieben sind, weil hier ein paar Infekte die Runde gemacht haben) …

Neulich habe ich mich gefragt, ob es für Freelancer eine Freude-Geld-Korrelation gibt. Kann es sein, dass es ein Wechselverhältnis gibt zwischen dem Spaß, den ein Job machen kann, und dem Honorar, das es dafür gibt? Mein Eindruck: Es gibt eine Vielzahl von Projekten, die Geld bieten, aber nur wenig Spaß machen. Und: Ab und zu kommen auch Projekte, die nur wenig Geld, aber viel Freude bringen.

Also lautet der Freelancers-Neujahrswunsch: vieleviele Projekte, die richtig Laune machen und dann auch noch sattes Honorar bringen. In diesem Sinne: auf ein gutes 2009 …

6 Fragen an Jürgen Schrödl

6 Fragen an Jürgen Schrödl, Vorsitzender des Fachverbands Freier Werbetexter (FFW)

Wer bist du und was machst du?
Ich arbeite als freier Konzeptioner und Werbetexter in Leipzig. Mit dem Thema Werbung bin ich nunmehr insgesamt 20 Jahre beschäftigt. Als freier Texter arbeite ich seit 1999, also seit knapp 10 Jahren. 2002 bin ich Mitglied im FFW geworden, 2006 kam ich in den Vorstand und jetzt im Herbst 2008 wurde ich zum Vorsitzenden des FFW gewählt.

Was sind deine eigenen Erfahrungen zum Thema Honorare?

In der Regel habe ich keine Probleme. Ich arbeite meist für größere Agenturen und die kennen die Preise und den Wert der Arbeit. Das vertreten sie auch gegenüber ihren Kunden, so dass sie meine Leistung bei ihrem Kunden auch gut abrechnen können. Bei kleineren Agenturen ist es mit dem Honorar manchmal schwieriger, weil die oft unsicher sind, was der Markt hergibt. Mein Eindruck ist aber auch, dass die Textleistung in den ostdeutschen Breiten noch keine so hohe Wertigkeit hat, das ist in den westlichen Bundesländern anders.

Wie erklärst du die Höhe deiner Honorare?
Das erklärt sich einfach mit der gesamten Leistung. Es ist ja nicht nur der Text an sich, sondern vorher die ganze Recherche, dann das Briefing, die mehrfache Absprache mit dem Kunden und so weiter. Wenn ich das alles im Detail aufzeige, sind die meisten Kunden überzeugt und akzeptieren dann auch das Honorar. Aber natürlich gibt es dann immer noch ein paar, mit denen es keine Einigung gibt. Das ist normal.

Wie sieht es bei den Texter-Kollegen mit Verhandlungen ums Honorar aus?

Durch einzelne Kontakte, aber auch bei den Textertreffen und den Stammtischen in Leipzig, Dresden und anderswo gibt es einen guten Austausch. Bei den meisten Kollegen ist es in der Regel wie bei mir, das marktübliche Honorar wird akzeptiert. Die meisten finden dabei auch den „Marktmonitor“ sehr hilfreich. Der FFW hat diesen im Frühjahr 2008 neu herausgegeben und die von den Kollegen genannten Preise spiegeln die Marktgegebenheiten recht gut wider. Er ist inzwischen sehr stark nachgefragt: nicht nur Texter, sondern auch Agenturen und Unternehmen bestellen ihn. Viele Kollegen greifen für ihre Honorar-Argumentation gern auf den „Marktmonitor“ zurück, weil sie damit dem Kunden die Preise zeigen können, die auf dem Markt üblich sind.

Was ist mit den Dumping-Angeboten verschiedener Internetplattformen – ist das echte Konkurrenz?

Nein, nicht wirklich. Diese Discount-Angebote sind ja in der Qualität ein ganz anderes Niveau, das ist überhaupt nicht vergleichbar.

Wie lautet dein Schlusswort?
Jeder Freelancer sollte sich die Frage stellen oder für sich festlegen, welchen Wert die eigene Arbeit hat. Ich für mich habe entschieden, mich nicht unter Wert zu verkaufen …