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Journalisten: Vergütung für Urheberrechte

Ob für Buchautoren oder Journalisten – wer sein Honorar von Verlagen erhält, kommt ums Urhebervertragsrecht nicht drum herum. Ein FAZ-Artikel gibt kurzen Einblick in die Branche. Autoren und Journalisten klagen über Dumpingpreise und miserable Vergütung für Nutzungsrechte, zudem landeten Urheber, die auch mal auf dem Klageweg auf ihren Urheberrechten bestehen, schnell auf einer verlagsübergreifenden Blacklist.

Der Deutsche Journalistenverband klagt über Honorare von 20 EUR für eine Sportreportage – ganz gewiss nicht nur für den Artikel selbst, sondern inklusive Zeit und Zusatzaufwand für die An- und Abfahrt zum Wettkampfort. Bei diesen Konditionen kommt nicht einmal der gesetzliche Mindestlohn zustande.

Das erinnert mich daran, dass die heimische Lokalzeitung immer wieder nach freien Mitarbeitern aus der Region sucht – gern auch Hausfrauen, Oberstufenschüler, Studenten oder Rentner, die einen Crashkurs im Schreiben bekommen, um dann über lokale Ereignisse zu berichten.

Wetten, dass diese freien Mitarbeiter noch nie vom Urhebervertragsrecht gehört haben und sich deshalb besonders billig abspeisen lassen?

In eigener Sache

Nachdem ich mich viele Jahre mit der Situation von Freelancern beschäftige, schwirrt mir zur Zeit eine neue Publikationsidee im Kopf herum. In meinem eigenen Bekannten- und Freundeskreis gibt es genug Freelancer und meistens sind wir uns auch einig, wenn es um unsere Situation geht.

Aber es gibt da draußen vielleicht auch noch andere Erfahrungen oder Meinungen, von denen ich gern hören würde. Freue mich deshalb über Kontakte zum Austausch – am besten über das Kontaktformular. Bitte auch eine Mail-Adresse oder Tel.Nr. angeben, damit ich mich zurückmelden kann …

PS: Falls ich mich nicht gleich sofort zurückmelde, dann aber bestimmt am nächsten Tag, versprochen!

Journalisten in der Schweiz

Auch Journalisten in der Schweiz klagen über sich verschlechternde Arbeitsbedingungen, so eine Presseinfo zur Branchenkrise der Schweizer JournalistInnen von impressum und der Schweizer Gewerkschaft Medien und Kommunikation syndicom: Angestellte Journalisten schieben Überstunden, Freiberufler arbeiten mehr für weniger Geld. Wobei die genannten 4.000 Schweizer Franken als monatliches Durchschnittshonorar eines Freelancers auf den ersten Blick gar nicht so schlecht erscheinen. Naja, aber nur auf den ersten Blick, denn die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind doch um einiges höher, so dass die 4.000 Franken oder rund 3.295 Euro beim näheren Hinsehen gar nicht mehr so üppig erscheinen. Nach Abzug von Steuern und dem ganzen anderen Rest, nach Abzug von Miete und Lebensmitteln bleibt dann wahrscheinlich gar nicht mehr so viel fürs Leben übrig …

Nicht-honorierte Zeitfresser

Im Berufsleben gibt es nicht nur produktive Zeiten – also Zeiten, die ein Freelancer auch tatsächlich abrechnen kann. Im Gegenteil: ein riesiger Anteil der Arbeitszeit geht für nicht-honorierte Zeitfresser-Aufgaben drauf. Was jeder schon immer geahnt hat, konnte jetzt eine Studie zeigen: die vielen Besprechungen und das E-Mail-Schreiben frisst im Berufsleben ganz schön viel Arbeitszeit weg. Jeweils ein ganzer Arbeitstag pro Woche wird durchschnittlich für diese beiden Tätigkeiten gebraucht. Es bleiben nach Adam Riese also gerade mal drei Arbeitstage für die eigentliche Arbeit übrig. Wobei das für Freelancer sogar noch weniger sein könnte, denn je nach Auslastung und Kundenstruktur müsste hier auch noch Zeit für die Akquise neuer Kunden einkalkuliert werden. Letztendlich zeigt das mal wieder, den Stundensatz als Freelancer so zu kalkulieren, dass der Lebensunterhalt nicht allein von den abrechenbaren Stunden bestritten werden muss – wer wirklich nur die reine Netto-Zeit zu einem Mini-Stundensatz abrechnet, dürfte am Ende des Monats ein großes Loch in der Kasse haben.

Ganz frei und ganz ohne Mindestlohn

Ein Kollege hat mir einen Link geschickt auf einen Presse-Artikel, nach dem Journalisten in den USA die größten Verlierer der Wirtschaftskrise sind. Während im letzten Jahr die Zahl der Arbeitsplätze allgemein um acht Prozent gesunken ist, sind im Journalismus 22 Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen. Insgesamt haben damit 35.000 Journalisten ihren Job verloren. In Deutschland habe sich die Zahl der arbeitslosen Journalisten im gleichen Zeitraum zwar „nur“ etwa elf Prozent erhöht. Allerdings sei diese Zahl nicht so aussagefähig, weil sich viele Journalisten erst gar nicht arbeitslos melden. Ob diese sich nun alle als Freie auf dem Markt versuchen? Und ob die einen Einstieg über Preisdumping sehen?

Dazu passt ein Artikel dieser Tage in SPON über pro und contra von Mindestlöhnen. Ein Satz ist mir hier hängengeblieben, von dem Inhaber eines Gebäudereinigerunternehmens: „… Für Gebäudereiniger – also für meine Mitarbeiter – gibt es ja schon seit längerem einen Mindestlohn. Und ich muss sagen: Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Lohnspirale nach unten wurde gestoppt und inzwischen findet ein Wettbewerb über die Qualität statt – und nicht über das Preisniveau“.

Klasse! Bei den Gebäudereinigern geht es wieder um die Qualität und nicht mehr um den Preis. Und wir freien Kreativen? Zu viele setzen auf einen Einstieg über den Preis. Mir scheint, es wäre höchste Zeit, ein Mindesthonorar für Freie zu verabreden …