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Honorare für Kulturwissenschaftler

Dieser Tage kam eine Mail vom BfK, dem Berufsverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler. Auch dieser Berufsverband hat eigene Honorarempfehlungen, die jetzt auch hier auf der Website bei den Honorarempfehlungen aufgeführt sind – und die natürlich auch direkt bei den BfK-Honoraren aufgerufen werden können.

Wer sich jetzt fragt, in welchen Disziplinen freiberufliche Kulturwissenschaftler tätig sind, findet auf der Website gleich 12 Tätigkeitsbereiche, von Archiv, Dokumentation, Denkmalpflege und Familienforschung über Kunst, Museum, Ausstellungen und Kulturvermittlung oder Kulturmanagement bis zu Medien/Redaktion und Festschriften.

Für die Sparte Archäologie und Grabungen gibt es übrigens noch eigene Honorarempfehlungen – einfach mal schauen …

 

Mehr und mehr sind solo-selbständig

Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meldet, ist die Zahl der Solo-Selbständigen in Deutschland während der letzten Jahren um rund 40 Prozent gestiegen: um rund 800.000 auf nunmehr 2.600.000. Häufig arbeiten diese in künstlerischen Berufen, als Lehrer, Publizisten, Psychologen oder auch in Pflegeberufen. Also durchaus qualifizierte Berufe.

Inzwischen gibt es 12 Prozent Selbständige in Deutschland, 57 Prozent davon sind solo-selbständig ohne Angestellte, d.h. rund 8 Prozent. Das ist noch nicht einmal viel im Vergleich zum europäischen Ausland. Im EU-Durchschnitt gibt es 17 Prozent Selbständige, davon 72 Prozent Solo-Selbständigen, also rund 12 Prozent.

Die Frage ist nur, ob sich die hohe Zahl der Selbständigen auch rechnet. Für die meisten wohl eher nicht. Rund ein Drittel der Einkünfte, so das DIW-Ergebnis, sind im Niedriglohnsektor zu finden. Die Folge: es ist zu eng, um finanzielle Rücklagen zu bilden.

Und wie ist es mit der Altersvorsorge? Darauf gibt die DIW-Studie keine Antwort. Aber die dürfte auch so klar sein. Wo nichts für Rücklagen übrig bleibt, dürfte auch die Altersvorsorge auf der Strecke bleiben. Deutschland wird in ein paar Jahren ein massives Problem bekommen mit Ex-Selbständigen, denen fürs Alter nichts oder nicht genug geblieben ist.

Zur Situation von JournalistInnen

Bei der Bundeszentrale für politische Bildung ist ein ausführlicher und sehr lesenswerter Artikel über die berufliche Situation der Journalisten erschienen – zum Artikel geht es hier entlang.

Warten aufs Geld

Manchmal macht es wirklich keinen Spaß mehr, das Warten aufs Geld. Ein Kunde, für den ich seit mehreren Jahren gelegentlich arbeite, kam vor ein paar Wochen mit einem superdringenden Auftrag, den ich termingerecht geliefert habe. Die Rechnung habe ich noch nicht mal gleich am nächsten Tag geschrieben, sondern erst kurz darauf (also hatte der Kunde damit schon mal Zeit gewonnen). Habe wie immer meine 14 Tage Zahlungsziel genannt. In der folgenden Woche ruft die Assistentin an, meint, die Rechnung sei noch auf den alten Firmennamen, inzwischen habe sich die Firmenbezeichnung leicht geändert, ich solle die Rechnung bitte nochmal schicken. Das habe ich zugesagt und bei der Gelegenheit gefragt, wann denn das Geld rausginge. Antwort: Zahlungslauf sei prinzipiell immer der Montag, da die Rechnung schon abgezeichnet bei ihr auf dem Tisch liege, könnte sie theoretisch nächste Woche überwiesen werden, aber weil das ja erst der zehnte Tag ist, könne sie mir das nicht versprechen, dann wäre es eben der Montag darauf.

Ich habe mich trotz Überschreiten des Zahlungsziels über die halbwegs zeitnah zugesagte Zahlung gefreut, auf meinen Kontostand gekuckt, dann entschieden, dass das Auto in die Werkstatt kann und diverse andere Ausgaben getätigt. Als das Geld nach dem ersten Montag noch nicht kam, habe ich mir nichts Böses dabei gedacht. Als das Geld aber auch nach dem zweiten Montag noch nicht da war, habe ich mich nochmal per Mail gemeldet, ob es denn schon raus sei. Antwort: ich müsse mich leider noch 14 Tage gedulden, weil der kaufmännische Geschäftsführer dann erst aus dem Urlaub zurückkäme.

Hä??? Bitte wie, bitte was? Was sind das für Märchen? Wieso hatte ich vorher nichts von der Story vom Urlaub des Geschäftsführers gehört? Also so etwas sieht doch wirklich nach Herausreden aus, weil gerade nicht gezahlt werden kann, nicht wahr?

Hatte ich nicht geschrieben, der Zahlungseingang solle bitteschön innerhalb von 14 Tagen sein? Und dann werde ich auf den achtzehnten Tag für den Zahlungslauf vertröstet und dann werden locker nochmal 14 Tage drangehängt, weil der eine Geschäftsführer in Urlaub ist?

Nein, ich glaube kein Wort davon. Bei mir hinterlässt das eher den Eindruck, dass ein Kunde mit solchem Zahlungsgebaren am Rand der Nichtzahlungsfähigkeit entlangtaumelt. Auch wenn der Steuer- oder sonst ein Berater ein solches Zahlungsverhalten als „Lieferantenkredit“ empfehlen mag – die Wirkung nach außen zerstört jede noch so mühsam konstruierte Imagepflege. So ein Zahlungsverhalten ist definitiv keine Stärke, das sieht ganz klar nach Schwäche aus.

Es macht definitiv keinen Spaß, länger als nötig aufs Geld zu warten. Und bei einem solchen Auftraggeber stellt sich durchaus die Frage, ob dieser kurz vor der Pleite steht. Oder nicht?