Schlagwort-Archiv: Lektoren

Bei Dumpingpreisen bleiben nur Hungerlöhne

… bin die Tage auf den Kommentar der Pressespecherin des Lektoren-Verbandes VFLL als Anmerkung zu einem Artikel vom September gestoßen. Darin sagt Verlagslektor Klaus Stadler unter anderem zum Thema Stundensätze von 20-30 Euro: „Der Beruf des freien Lektors ist häufig ja selbst gewählt. Wer sich dafür entscheidet, weiß doch auch um die Rahmenbedingungen und die finanziellen Grenzen.“

Im Kommentar rechnet die Pressesprecherin Susanne Schmidt recht klar vor, was von einem Stundensatz von 20 Euro letztendlich übrig bleibt:

„… Je nach Ausmaß der Absicherung gegen Altersarmut, Berufsunfähigkeit oder Vermögensschäden sind es nur noch 5,50 €/h. Nach Zahlung der Einkommensteuer sind mehr als Dreiviertel vom Honorar ausgegeben. Die 20 € Stundenhonorar schrumpfen auf ein reales Einkommen von 4,60 €/h.“

Bitte??? Das ist weniger als jeder von der Politik geforderte Mindesttariflohn! (okay, es ist noch über den 1-Euro-Jobs, aber bitteschön: Lektoren sind doch selbständige Unternehmer?!)

Erschreckend niedrig: Die Honorare für Lektoren

Diese Woche kam wieder der mediafon-Newsletter in den E-Postkasten geflattert. Neben mehr oder weniger interessanten Meldungen zu Versicherungs- und Steuerfragen gab es auch eine Meldung, die durchaus aufschreckend wirkte: Das Durchschnittshonorar der Lektoren, so die Mitteilung des Verbandes VFLL, liege nach der neusten Mitgliederbefragung bei 1.400 Euro – brutto! Das heißt, davon sind auch noch Steuern sowie Beiträge für Krankenkasse, Pflege- und Rentenversicherung (sofern gesetzlich versichert) sowie eigene Altersvorsorge abzuziehen. Da bleibt nicht mehr viel zum Leben. Und das bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 32 Stunden. Das macht im Monat 128 Stunden. Bei 1.400 Euro brutto bedeutet das einen Stundensatz von weniger als 11 Euro pro Stunde. Ohne die Zahlungen für die Sozialversicherungen oder die Altersvorsorge! Wenn das noch abgezogen wird, dürfte (je nach persönlicher Situation) ein Stundenlohn von vielleicht noch 7 oder 8 Euro bleiben? Bei der ganzen Mindestlohndebatte für abhängig Beschäftigte wird übersehen, dass sehr viele Solo-Selbständige auch nicht viel besser dastehen.