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Manchmal gibt es Tage …

Manchmal – und manchmal hat man das Gefühl auch öfter mal – gibt es Tage, an denen es viel Arbeit für null Honorar gibt. Da telefoniert man wegen eines Jobs, der demnächst losgeht. Dann ruft ein Kunde an und will etwas wissen über einen zurückliegenden Job. Eine Mail kommt rein und will beantwortet werden. Für ein Interview versucht man, einen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen. Dann kommt ein Anruf, ich möge doch bitte die eine Datei von dem Job im letzten Jahr nochmal rausschicken, mein lieber Kunde findet das gerade nicht. Dringend ist es auch. Also sortiere ich mich durch meine Festplatte durch, nein, nichts zu finden, das ist bereits extern gespeichert, also die externe Festplatte anwerfen, mich dort durch die Ordner durchwühlen, bis die gewünschte Datei gefunden ist, dann ins Mail-Programm, ein Mail-Begleitschreiben zum Dateiversand runtertippen und die Mail mit Anhang auf die Reise schicken. Mit solchen Verrichtungen ist dann ruckzuck der halbe Tag rum. Neben ein paar kleinen Erledigungen (die aber nicht richtig zu Buche schlagen) auch einige Service-Leistungen für Kunden, die irgendwie zu klein sind und (für sich allein gesehen) viel zu geringen Aufwand erfordern, um diese Mini-Services in Rechnung zu stellen. Nur: in ihrer Gesamtheit summieren sich die vielen kleinen Extras spürbar. Ärgerlich, wenn dann ein Job auf dem Tisch liegt, der mehrere Stunden ungeteilte Aufmerksamkeit fordert. Am späten Nachmittag damit anzufangen, rentiert sich nicht mehr. Kaum wäre ich im Thema drin, müsste ich auch schon wieder aufhören. Also verschiebt man diesen Job auf morgen. Und hofft, dass dann nicht so viele unbezahlte Gefälligkeiten als Extra-Service auftauchen.

Rechner und Daten kosten was

Letzte Woche war eine Erweiterung für meinen Rechner fällig. Eine gute Gelegenheit, um den IT- und DV-Kram der letzten Jahre Revue passieren zu lassen.

Ich arbeite seit knapp neun Jahren selbständig. In dieser Zeit haben sich die Daten für etliche Projekte auf der Festplatte angesammelt. Und dazu alles nochmal in einer externen Datensicherung. Anfangs auf Zip-Laufwerken, dann auf gebrannten CDs, seit einiger Zeit in externen USB-Laufwerken.

In den neun Jahren Selbständigkeit habe ich zwei Win-Desktop-Rechner verbraucht, außerdem (nach und nach) zwei Mac-Notebooks angeschafft, weil der Austausch zwischen den zwei Rechner-Welten früher nicht immer reibungslos lief. Um mobiler arbeiten zu können, habe ich irgendwann noch ein Windows-Notebook angeschafft. Das erste ist inzwischen futsch, das heißt, ich arbeite bereits mit dem zweiten Notebook. Jeder Wechsel kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Und das nicht zu wenig.

Das zweite Notebook ist nun zwei Jahre alt. Letztes Jahr ist die Grafikdarstellung kaputt gegangen. Der Bildschirm war plötzlich bunt gestreift. Egal, wie oft ich die Kiste abgewürgt und neu gestartet habe – nichts ging mehr. Für mich hieß das: erstmal alle Daten extern speichern, mein iMac aktivieren, die Daten da drauf packen, E-Mail und Webzugang neu einrichten (der Mac stand eine Weile ungenutzt herum), kontrollieren, ob Daten verloren gegangen sind, die Kunden der laufenden Projekte benachrichtigen, dass sich die Arbeit verzögert usw. Alles in allem gingen zwei Arbeitstage dafür drauf. Das Notebook wurde eingeschickt und war dann erstmal zwei Wochen weg. Nach der Reparatur das gleiche Spiel nochmal: Alles wieder zurückspeichern, die Daten der laufenden Jobs kontrollieren usw. Das war nochmal ein ganzer Arbeitstag. Drei Arbeitstage für nix! Nur weil so ein Grafikkarten-Ding von einem knapp 15 Monate alten Notebook kaputt ging!

Nun ist in den letzten Wochen die 40-GB-Festplatte nach und nach an ihre Grenzen geraten. Naja, 20 GB Daten plus noch die ganzen Programme, kein Wunder. Eine größere Festplatte war bereits bestellt, da kam beim Speichern einer popelig kleinen Tabelle die Meldung „Disk voll“. Den Rest des Arbeitstages war ich damit beschäftigt, Daten zu löschen, die ich nicht mehr brauchen würde, um die anderen (größeren) Jobs speichern zu können. Am nächsten Tag kam mein ITK-Retter mit neuer Festplatte, außerdem gibt es nun ein richtiges Netzwerk mit einem kleinen Server, damit ich die Daten der einzelnen externen Speicherträger mal wieder an einer zentralen Stelle speichern kann. Fünf Stunden hat der gute Mann an Software, Netzwerk und den ganzen Einstellungen gearbeitet, länger als geplant, dazu noch die Software für Betriebssystem und Datensicherung plus die ganzen Hardwareteile – ich bin mal gespannt, wie viel mich am Ende diese Investition kostet.

Jedem betriebswirtschaftlich denkenden Mensch dürfte klar sein, dass sich dieser Zeit- und Kostenaufwand irgendwo in der Kalkulation wiederfinden muss.